Walddorf-Sand (Olszynka-Piaski)

Der Bahnhof Danzig-Sand (polnisch Piaski) wurde im Jahr 1905 in der Nähe des heutigen Bahnhofs Olszynka errichtet, an der Kreuzung der Normalspurstrecke (Nehrungsbahn) aus Praust mit der Schmalspurstrecke aus Danzig in Richtung Werder. Er war von 1905 bis 1974 in Betrieb und entstand im Zuge des Ausbaus des linksseitigen Teils der Danziger Nahverkehrsbahn. Der Bahnhof gehörte zur Westpreußischen Kleinbahnen-Aktiengesellschaft. Am Bahnhof Danzig-Sand konnten Güter von Normalspur- auf Schmalspurwagen umgeladen werden. Meist handelte es sich dabei um landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Werder, wie zum Beispiel Zuckerrüben, die nach dem Umladen zur Zuckerfabrik in Praust transportiert wurden. Düngemittel und Kohle wurden hingegen auf Schmalspurwagen verladen und ins Landesinnere von Werder befördert. Unter der Leitung der Westpreußischen Kleinbahnen-Aktiengesellschaft war der Bahnhof bis 1945 in Betrieb.


Am Bahnhof Danzig-Sand (Piaski) befand sich eine ebenerdige Kreuzung beider Bahnlinien, die zusätzlich durch Schutzgleise und Signalanlagen gesichert war. Hier wurde auch ein Stellwerk errichtet. Zu den Hauptaufgaben des Fahrdienstleiters gehörte es, zu kontrollieren, ob an der Kreuzung keine Elemente eines Schmal oder Normalspurzugs abgekoppelt worden waren. Diese Sicherheitsmaßnahme galt als äußerst innovativ und war vermutlich andernorts unbekannt. Die Kreuzung der Schienen beider Bahnlinien war fest installiert, sodass keine Weichen erforderlich waren. Infolge der Kriegshandlungen wurden die Zugbrücke über den Umfluter über die die Schmalspurbahn nach Walddorf führte sowie ein großer Teil der Eisenbahninfrastruktur zerstört. In den Jahren 1945 bis 1948 wurde eine neue feste Brücke errichtet, die Schäden wurden repariert, und der erste Schmalspurzug fuhr wieder vom Bahnhof Gdańsk-Wąskotorowy in Richtung linkes Weichselufer. Die Schmalspurbahn auf der linken Seite der Weichsel war bis 1973 in Betrieb.




Einige hundert Meter entfernt von der Kreuzung am Bahnhof Danzig-Sand (polnisch Piaski), an der sich die Normalspurbahn (Nehrungsbahn) aus Praust mit der Schmalspurbahn aus Gdańsk in Richtung Werder kreuzte unweit der heutigen Zawodzie-Straße zweigte vom Hauptgleis ein weiteres Gleis ab. Dieses führte zu einem speziellen Nebengleis bei einem mehrstöckigen Stahlbetonbunker. Auch dort befand sich eine ebenerdige Kreuzung von Normalspur- und Schmalspurbahn, vermutlich vom gleichen Bautyp wie diejenige, die noch lange nach dem Krieg am Bahnhof Gdańsk-Piaski in Betrieb war. Die Überreste dieses Gleises sind noch heute sichtbar. In gutem Zustand erhalten ist unter anderem eine kleine Betonbrücke über einen Entwässerungsgraben. Diese Gleisabzweigung diente zunächst dem Transport von Baumaterial und Ausrüstung für den Bau des Bunkers und später dem Umschlag von Dieselkraftstoff in Tankwagen zur Versorgung der dort betriebenen Aggregate.





Miro